Häufig gestellte Fragen

In der nachfolgenden FAQ-Sammlung finden Sie Antworten auf Fragen, die rund um den Digitalbonus Bayern immer wieder gestellt werden.

Wer wird gefördert?

Einen Antrag können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft stellen. Als gewerbliches Unternehmen gilt ein Gewerbebetrieb im Sinne des § 2 des Gewerbesteuergesetzes. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die gewerbesteuerpflichtig sind.

Die geförderte Maßnahme muss zudem in einer Betriebsstätte des Unternehmens im Freistaat Bayern zum Einsatz kommen.

Was ist ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU)?

Um die Frage zu klären, ob es sich bei Ihrem Unternehmen um ein KMU handelt, sind zahlreiche Punkte zu berücksichtigen. Entscheidend sind neben der Größe des Unternehmens (Mitarbeiter, Umsatz- und Bilanzsumme) auch die Beziehung zu anderen Unternehmen hinsichtlich der Kapitalbeteiligung, der Kontrolle von Stimmrechten oder des Rechts zur Ausübung eines beherrschenden Einflusses.

Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die

  • weniger als 50 Mitarbeiter und
  • einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. Euro haben.


Mittlere Unternehmen sind Unternehmen, die

  • weniger als 250 Mitarbeiter und
  • einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro haben.


Maßgeblich sind dafür die Daten der letzten drei Jahresabschlüsse. Es muss nämlich auch geprüft werden, ob der KMU-Status über mindestens zwei Geschäftsjahre unverändert geblieben ist. Bei einem eigenständigen Unternehmen ist dafür nur auf das antragstellende Unternehmen abzustellen.

Hat das antragstellende Unternehmen verbundene - oder Partnerunternehmen, kommt es auch auf die o.g. KMU-Daten dieser verbundenen - oder Partnerunternehmen an. Dann müssen Sie in einem zusätzlichen Formular, dem KMU-Berechnungsbogen, Angaben dazu machen.

In diesem Fall müssen Sie folgende Unterlagen gründlich lesen:

  • das Merkblatt Beteiligungsverhältnisse
  • die Häufig gestellten Fragen zu De-minimis-Förderung, insbesondere Punkt 6 „Was ist ein „einziges Unternehmen“ und weshalb ist dies wichtig?“.

Das Merkblatt Beteiligungsverhältnisse und die Häufig gestellten Fragen zur De-minimis-Förderung finden Sie im Bereich Service & Download.

Welche Kosten sind förderfähig?

Förderfähig sind Leistungen externer Anbieter für IKT-Hardware und -Software. Gefördert werden Investitionen in digitale Technologien und damit verbundene Prozesse und Änderungen im Unternehmen. Hierzu gehören insbesondere IKT-Hard- und Software, welche die interne und externe Vernetzung der Unternehmen fördern, zum Beispiel unter folgenden Aspekten: Industrie 4.0, datengetriebene Geschäftsmodelle, Warenwirtschaftssysteme, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Sensorik sowie IT-Sicherheit. Hier finden Sie dazu detaillierte Informationen über die förderfähigen Kosten.

Welche Kosten sind nicht förderfähig?

Nicht gefördert werden:

  • Maßnahmen, die bereits begonnen wurden. Die Maßnahme gilt als begonnen, wenn bereits eine rechtsverbindliche Bestellung getätigt oder ein Auftrag zur Erbringung einer Dienstleistung erteilt wurde (ggf. auch nur mündlich)
  • Ausgaben für Standard-Webseiten (herkömmliche Webseiten ohne tiefe funktionelle Einbindung in die betrieblichen Abläufe) oder Standard-Webshops (insbesondere Standard-Shop-Templates)
  • Standard-Online-Marketing-Maßnahmen (z.B. Suchmaschinenoptimierung, Display-Advertising, Content-Marketing, E-Mail-Marketing und Newsletter)
  • der Erwerb von Standard-Software (wie herkömmliche Bürosoftware oder Betriebssysteme, E-Mail-Archivierung,) oder Standard-Hardware (wie PCs, Laptops, Tablets, Smartphones, Drucker, Telefone, Telefonanlagen inkl. Software oder Exchange Server)
  • Geräte, Anlagen und Maschinen inklusive zugehöriger Software (z. B. Produktionsanlagen, CNC-Fräsmaschinen, Säge-/Abbundmaschinen, Drucker, Industrieroboter, Automatisierungsanlagen, Oszillografen, Fluorimeter), bei denen in erster Linie die Automatisierung (eines bisherigen analogen Prozesses) und nicht die weitreichende digitale Weiterverarbeitung der Daten im Vordergrund steht
  • Ersatzbeschaffungen
  • Maßnahmen, denen eine gesetzliche Verpflichtung zugrunde liegt (z. B. digitale Kassen, E-Mail-Archivierung)
  • Leistungen, die im Vorfeld der Antragstellung im Rahmen einer Beratung, Planung oder Strukturierung des Projekts erbracht werden
  • Projektbegleitung und Schulung – außer sie stehen im Zusammenhang mit IT-Sicherheitsmaßnahmen
  • IKT-Lösungen, die in anderen Unternehmen zum Einsatz kommen sollen
  • Maßnahmen, die über Mietkauf oder Leasing finanziert werden
  • Personal-, Verwaltungs- und Reiseausgaben des antragstellenden Unternehmens, eigene Entwicklungskapazitäten für Innovationen des antragstellenden Unternehmens
  • Maßnahmen mit zuwendungsfähigen Ausgaben unter 4.000 Euro
  • IT-Sicherheitsbeauftragte und Datenschutzbeauftragte
  • Im Bewilligungszeitraum anfallende Lizenzkosten und Systemservicegebühren, die einen Zeitraum von maximal 18 Monaten überschreiten (bitte Angebot vom IT-Dienstleister entsprechend auf 18 Monate aufschlüsseln lassen)
  • Maßnahmen, die bereits im Rahmen anderer Programme (Bund, Länder, EU) gefördert werden

Wann darf ich keinen Antrag stellen?

Sie dürfen keinen Antrag stellen, wenn die Maßnahme bereits begonnen wurde. Ein Verstoß kann strafrechtliche Konsequenzen haben (Subventionsbetrug).

Was gilt als Maßnahmenbeginn?

Förderfähig sind nur Maßnahmen, die noch nicht begonnen sind. Die Maßnahme gilt als begonnen, wenn bereits eine rechtsverbindliche Bestellung getätigt oder ein Auftrag zur Erbringung einer Dienstleistung erteilt wurde (ggf. auch nur mündlich).

Wie kann ich einen Antrag stellen?

Den Antrag stellen Sie online. Am Ende der Antragsstellung müssen Sie Ihren Antrag herunterladen, ausdrucken, unterschreiben und innerhalb von vier Wochen bei der zuständigen Bezirksregierung postalisch einreichen.

Welche Unterlagen benötige ich für eine Antragsstellung?

Hinweise, welche Unterlagen Sie bei der Antragsstellung benötigen, entnehmen Sie bitte dem Musterantrag unter Service & Download. Es empfiehlt sich, folgende Informationen bereit zu halten:

  • Daten zum KMU-Status des Unternehmens (I.4)
  • Finanzierungsplan (III.6)
  • Angebot(e) externer Dienstleister (III.7)

Wann kann ich mit der Maßnahme beginnen?

Nachdem Sie den elektronischen Antrag abgeschickt haben, bekommen Sie automatisch eine Bestätigung per E-Mail. Diese erlaubt Ihnen, ab diesem Zeitpunkt mit der Maßnahme auf eigenes Risiko zu beginnen. Sie müssen nicht den Zuwendungsbescheid abwarten.

Was mache ich, wenn ich keine Antragseingangsbestätigung erhalten habe?

Die Antragseingangsbestätigung wird an die im Online-Antrag angegebene E-Mail-Adresse zugestellt, bitte prüfen Sie dieses Postfach (ggf. SPAM-Ordner). Sollten Sie keine Antragseingangsbestätigung erhalten haben, wenden Sie sich bitte unmittelbar an Ihre zuständige Bezirksregierung. Bitte warten Sie mit der Maßnahme ab, bis dies geklärt ist.

Was passiert, wenn ich nach elektronischer Antragstellung den schriftlichen Antrag nicht binnen vier Wochen postalisch einreiche?

Bei Überschreiten der Einreichungsfrist erfolgt keine Förderung.

Was ist die De-minimis-Regelung?

  • Die Förderung mit dem Digitalbonus stellt für das begünstigte Unternehmen eine Beihilfe nach den Vorschriften der Europäischen Union (EU) dar, die im Rahmen des De-minimis Verfahrens abgewickelt wird. Nach der De-minimis-Regelung darf der Gesamtbetrag der einem Unternehmen von einem Mitgliedstaat der EU gewährten De-minimis-Beihilfen innerhalb eines fließenden Zeitraums von drei Steuerjahren den Betrag von 200.000 Euro nicht überschreiten (bei Unternehmen des gewerblichen Güterverkehrs 100.000 Euro). Die bisherigen De-minimis-Beihilfen des zu beratenen Unternehmens einschließlich der verbundenen Unternehmen (im Sinne eines „einzigen Unternehmens“) müssen bei der Antragstellung im Förderprogramm Digitalbonus angegeben werden.
    (Rechtsgrundlage VO (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU auf De-minimis-Beihilfen. (ABl. L 352 vom 24.12.2013, S 1)).

  • Das begünstige Unternehmen erhält nach Prüfung des Verwendungsnachweises eine De-minimis-Bescheinigung.

Wie lange dauert es, bis ich einen Bescheid erhalte?

Der Digitalbonus wird außerordentlich gut nachgefragt. Die gestellten Anträge werden in der Reihenfolge des Antragseingangs abgearbeitet. Im Interesse einer schnellen Bearbeitung bitten wir Sie, von Nachfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen. Sollten Klärungen erforderlich sein, werden wir auf Sie zukommen.

Wie lange habe ich für die Maßnahme Zeit?

Die Maßnahme muss innerhalb des Durchführungs- und Bewilligungszeitraums vollständig umgesetzt werden. Der maximale Bewilligungszeitraum beträgt 18 Monate. Dieser Zeitraum wird im Zuwendungsbescheid festgelegt (unter Ziffer 2).

Bis wann müssen meine Rechnungen bezahlt werden?

Die Rechnungen müssen innerhalb des Durchführungs- und Bewilligungszeitraums (Ziffer 2 des Zuwendungsbescheids) bezahlt werden.

Wann und wie bekomme ich mein Geld?

Nach Abschluss des Vorhabens müssen Sie den Verwendungsnachweis bei Ihrer Regierung einreichen. Den Verwendungsnachweis mit Auszahlungsantrag stellen Sie online im Bereich Verwendungsnachweis. Am Ende der Verwendungsnachweis-Einreichung laden Sie Ihren Antrag herunter, drucken ihn aus, unterschreiben ihn und reichen ihn per Post bei der zuständigen Bezirksregierung ein. Die Regierung prüft den Verwendungsnachweis und zahlt anschließend den Zuschuss aus.

Wie viele Anträge kann ich stellen?

Sie können während der gesamten Laufzeit des Förderprogrammes je einen Antrag pro Förderbereich (Digitalisierung und IT-Sicherheit) stellen, insgesamt sind somit zwei Anträge möglich. Einen Antrag auf Digitalbonus Plus können Sie nur einmal stellen.

Welche weiteren Fördermöglichkeiten für Digitalisierungs-Vorhaben gibt es?

Neben dem Digitalbonus gibt es folgende Programme des Bundes (BMWi), in denen auch Freiberufler gefördert werden können – und im Fall von „digital jetzt“ auch Mittelständler mit bis zu 499 Beschäftigten mit mind. 40 Prozent Förderquote bis zum 30. Juni 2021:

  • Go-digital: Das Programm go-digital fördert kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Handwerksbetriebe und freie Berufe (weniger als 100 Beschäftigte). Gefördert werden Beratungs- und Umsetzungsleistungen in den Bereichen „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“. 

  • Digital jetzt: Das Programm „digital jetzt“ soll am 7. September 2020 starten. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerks sowie freie Berufen mit drei bis zu 499 Beschäftigten. Gefördert werden Vorhaben mit Gesamtkosten von mindestens 17.000 Euro: Investitionen in digitale Technologien und die damit verbundenen Prozesse und Implementierungen sowie Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen für das Personal im Umgang mit digitalen Technologien.  Mittelständler mit bis zu 499 Beschäftigten erhalten bis zum 30. Juni 2021 mind. 40 Prozent Förderquote.