Häufig gestellte Fragen

In der nachfolgenden FAQ-Sammlung finden Sie Antworten auf Fragen, die rund um den Digitalbonus Bayern immer wieder gestellt werden.

Wer wird gefördert?

  • Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit einer Betriebsstätte in Bayern.
     
  • Ein kleines Unternehmen ist jede rechtlich und organisatorisch selbständige Einheit mit wirtschaftlicher Tätigkeit.

  • Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die

    - weniger als 50 Mitarbeiter und
    - einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Millionen Euro haben.

    Dafür sind die Daten des letzten Jahresabschlusses maßgeblich. Es ist nur auf das antragstellende Unternehmen abzustellen, Verflechtungen mit anderen Unternehmen müssen nicht berücksichtigt werden. Verbundene Unternehmen sind aber relevant für die De-minimis-Erklärung.
     
  • Als gewerbliches Unternehmen im Sinne der Richtlinien Digitalbonus gilt ein Gewerbebetrieb gemäß § 2 des Gewerbesteuergesetzes.
     
  • Ausgenommen (nicht förderberechtigt) sind:
    - Freie Berufe, grundsätzlich auch dann, wenn sie in einer gewerblichen Rechtsform ausgeübt werden
    - Krankenhäuser, Kliniken, Medizinische Versorgungszentren, Sanatorien oder ähnliche Einrichtungen
    - Land- und Forstwirtschaft, Aquakultur, Fischerei (soweit nicht Verarbeitung oder Vermarktung)
    - von der Gewerbesteuer befreite Unternehmen gemäß § 3 GewStG mit Ausnahme von Inklusionsunternehmen und gGmbHs
    - nicht ausschließlich wirtschaftlich tätige Unternehmen, gGmbHs, Vereine oder andere Organisationen

Wie ermittle ich meine Unternehmensdaten?

Zur Bestimmung der Unternehmensdaten (Anzahl Beschäftigte, Jahresumsatz, Bilanzsumme) ist der letzte Jahresabschluss heranzuziehen.
Bei einem neu gegründeten Unternehmen, das noch keinen Abschluss für einen vollständigen Rechnungszeitrum vorlegen kann, müssen die Unternehmensdaten im laufenden Geschäftsjahr nach Treu und Glauben geschätzt werden. Das Kriterium „Mitarbeiterzahl“ umfasst Vollzeit-, Teilzeit- und Zeitarbeitskräfte sowie Saisonpersonal (in Vollzeitäquivalenten).
Auszubildende oder in der beruflichen Ausbildung stehende Personen mit Lehr- oder Berufsausbildungsvertrag und Mitarbeiter im Mutterschafts- oder Elternurlaub müssen nicht in die Mitarbeiterzahl eingerechnet werden.
Die Mitarbeiterzahl schließt folgende Gruppen ein:

  • Lohn- und Gehaltsempfänger;
  • für das Unternehmen tätige Personen, die zu ihm entsandt wurden und nach nationalem Recht als Arbeitnehmer gelten (kann auch Zeit- oder sogenannte Leiharbeitskräfte einschließen);
  • mitarbeitende Eigentümer; Teilhaber, die eine regelmäßige Tätigkeit in dem Unternehmen ausüben und finanzielle Vorteile aus dem Unternehmen ziehen.

Welche Kosten sind förderfähig?

Förderfähig sind Leistungen externer Anbieter für IKT-Hardware und -Software. Gefördert werden Investitionen in digitale Technologien und damit verbundene Prozesse und Änderungen im Unternehmen. Hierzu gehört insbesondere IKT-Hard- und Software, welche die interne und externe Vernetzung der Unternehmen fördert, zum Beispiel unter folgenden Aspekten: Industrie 4.0, datengetriebene Geschäftsmodelle, Warenwirtschaftssysteme, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Sensorik sowie IT-Sicherheit. Hier finden Sie detaillierte Informationen über die förderfähigen Kosten.

Welche Kosten sind nicht förderfähig?

Nicht gefördert werden:

  • Maßnahmen, die bereits begonnen wurden. Die Maßnahme gilt als begonnen, wenn bereits eine rechtsverbindliche Bestellung getätigt oder ein Auftrag zur Erbringung einer Dienstleistung erteilt wurde (ggf. auch nur mündlich)
  • Ausgaben für Standard-Webseiten (herkömmliche Webseiten ohne tiefe funktionelle Einbindung in die betrieblichen Abläufe) oder Standard-Webshops (insbesondere Standard-Shop-Templates)
  • Standard-Online-Marketing-Maßnahmen (z.B. Suchmaschinenoptimierung, Display-Advertising, Content-Marketing, E-Mail-Marketing und Newsletter)
  • der Erwerb von Standard-Software (wie herkömmliche Bürosoftware oder Betriebssysteme, E-Mail-Archivierung,) oder Standard-Hardware (wie PCs, Laptops, Tablets, Smartphones, Drucker, Telefone, Telefonanlagen inkl. Software oder Exchange Server)
  • Standard-Hardware ist unabhängig von der jeweiligen Ausstattung nicht förderfähig
  • Server-Hardware inkl. Betriebssystem im Bereich der IT-Sicherheit
  • Ersatzbeschaffungen
  • Geräte, Anlagen und Maschinen inklusive zugehöriger Software (z. B. Produktionsanlagen, CNC-Fräsmaschinen, Säge-/Abbundmaschinen, Drucker, Industrieroboter, Automatisierungsanlagen, Oszillografen, Fluorimeter), bei denen in erster Linie die Automatisierung (eines bisherigen analogen Prozesses) und nicht die weitreichende digitale Weiterverarbeitung der Daten im Vordergrund steht
  • Maßnahmen, denen eine gesetzliche Verpflichtung zugrunde liegt (z. B. digitale Kassen, E-Mail-Archivierung)
  • Leistungen, die für konkrete Maßnahmen im Rahmen einer Beratung, Planung oder Strukturierung des Projekts (Projektbegleitung) erbracht werden
  • IKT-Lösungen, die gegen Entgelt in anderen Unternehmen zum Einsatz kommen sollen und dort eine förderfähige Maßnahme sind
  • Maßnahmen, die über Mietkauf oder Leasing finanziert werden
  • Personal-, Verwaltungs- und Reiseausgaben des antragstellenden Unternehmens, eigene Entwicklungskapazitäten des antragstellenden Unternehmens
  • Maßnahmen mit zuwendungsfähigen Ausgaben unter 4.000 Euro
  • IT-Sicherheitsbeauftragte und Datenschutzbeauftragte
  • Im Bewilligungszeitraum anfallende Lizenzkosten und Systemservicegebühren, die einen Zeitraum von maximal 18 Monaten überschreiten (bitte Angebot vom IT-Dienstleister entsprechend auf 18 Monate aufschlüsseln lassen)
  • Maßnahmen, die bereits im Rahmen anderer Programme (Bund, Länder, EU) gefördert werden

Wann darf ich keinen Antrag stellen?

Sie dürfen keinen Antrag stellen, wenn die Maßnahme bereits begonnen wurde. Ein Verstoß kann strafrechtliche Konsequenzen haben (Subventionsbetrug).

Förderfähig sind nur Maßnahmen, die noch nicht begonnen sind. Die Maßnahme gilt als begonnen, wenn bereits eine rechtsverbindliche Bestellung getätigt oder ein Auftrag zur Erbringung einer Dienstleistung erteilt wurde (ggf. auch nur mündlich).

Wie kann ich einen Antrag stellen?

Den Antrag stellen Sie online. Am Ende der Antragsstellung müssen Sie Ihren Antrag herunterladen, ausdrucken, unterschreiben und innerhalb von vier Wochen bei der zuständigen Bezirksregierung postalisch einreichen.

Welche Unterlagen benötige ich für eine Antragsstellung?

Hinweise, welche Unterlagen Sie bei der Antragsstellung benötigen, entnehmen Sie bitte dem Musterantrag unter Service & Download. Es empfiehlt sich, folgende Informationen bereit zu halten:

  • Unternehmensdaten (Anzahl Beschäftigte, Jahresumsatz, Bilanzsumme) des antragstellenden Unternehmens (I.4)
  • De-minimis-Bescheinigungen für den gesamten Unternehmensverbund
  • Finanzierungsplan (III.6)
  • Angebot(e) externer Dienstleister (III.7)

Wann kann ich mit der Maßnahme beginnen?

Nachdem Sie den elektronischen Antrag abgeschickt haben, bekommen Sie automatisch eine Bestätigung per E-Mail. Diese erlaubt Ihnen, ab diesem Zeitpunkt mit der Maßnahme auf eigenes Risiko zu beginnen. Sie müssen nicht den Zuwendungsbescheid abwarten.

Was mache ich, wenn ich keine Antragseingangsbestätigung erhalten habe?

Die Antragseingangsbestätigung wird an die im Online-Antrag angegebene E-Mail-Adresse zugestellt, bitte prüfen Sie dieses Postfach (ggf. SPAM-Ordner). Sollten Sie keine Antragseingangsbestätigung erhalten haben, wenden Sie sich bitte unmittelbar an Ihre zuständige Bezirksregierung. Bitte warten Sie mit dem Maßnahmenbeginn ab, bis dies geklärt ist.

Was passiert, wenn ich nach elektronischer Antragstellung den schriftlichen Antrag nicht binnen vier Wochen postalisch einreiche?

Bei Überschreiten der Einreichungsfrist erfolgt keine Förderung.

Was ist die De-minimis-Regelung?

Nach der De-minimis-Regelung darf der Gesamtbetrag der einem Unternehmen von einem Mitgliedstaat der EU gewährten De-minimis-Beihilfen innerhalb eines fließenden Zeitraums von drei Steuerjahren den Betrag von 200.000 Euro nicht überschreiten (bei Unternehmen des gewerblichen Güterverkehrs 100.000 Euro). Die bisherigen De-minimis-Beihilfen des zu beratenen Unternehmens einschließlich der verbundenen Unternehmen (im Sinne eines „einzigen Unternehmens“) müssen bei der Antragstellung im Förderprogramm Digitalbonus angegeben werden (Rechtsgrundlage VO (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU auf De-minimis-Beihilfen. (ABl. L 352 vom 24.12.2013, S 1)).

Die Förderung wird nach den Vorschriften der Europäischen Union (EU) abgewickelt. Das begünstige Unternehmen erhält nach Prüfung des Verwendungsnachweises eine De-minimis-Bescheinigung.

Ein Merkblatt zu häufig gestellten Fragen zur De-minimis-Förderung finden Sie im Bereich Service & Download.

Wie lange dauert es, bis ich einen Bescheid erhalte?

Der Digitalbonus wird sehr stark nachgefragt. Die gestellten Anträge werden in der Reihenfolge des Antragseingangs abgearbeitet. Im Interesse einer schnellen Bearbeitung bitten wir Sie, von Nachfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen. Sollten Klärungen erforderlich sein, werden wir auf Sie zukommen.

Wie lange habe ich für die Maßnahme Zeit?

Die Maßnahme muss innerhalb des Durchführungs- und Bewilligungszeitraums vollständig umgesetzt werden. Der maximale Bewilligungszeitraum beträgt 18 Monate ab Datum des Zuwendungsbescheids. Dieser Zeitraum wird im Zuwendungsbescheid unter Ziffer 2 festgelegt.

Bis wann müssen meine Rechnungen bezahlt werden?

Die Rechnungen müssen innerhalb des Durchführungs- und Bewilligungszeitraums (Ziffer 2 des Zuwendungsbescheids) bezahlt werden.

Wann und wie bekomme ich mein Geld?

Nach Abschluss des Vorhabens müssen Sie den Verwendungsnachweis online einreichen (Verwendungsnachweis). Am Ende der Verwendungsnachweis-Einreichung laden Sie Ihren Antrag herunter, drucken ihn aus, unterschreiben ihn und reichen ihn per Post bei der zuständigen Bezirksregierung ein. Die Regierung prüft den Verwendungsnachweis und zahlt anschließend den Zuschuss aus.

Wie viele Anträge kann ich stellen?

Sie können während der gesamten Laufzeit des Förderprogrammes je einen Antrag pro Förderbereich (Digitalisierung und IT-Sicherheit) stellen, insgesamt sind somit zwei Anträge möglich. Einen Antrag auf Digitalbonus Plus können Sie nur einmal stellen.

Welche weiteren Fördermöglichkeiten für Digitalisierungs-Vorhaben gibt es?

Neben dem Digitalbonus gibt es folgende Programme des Bundes (BMWi), in denen auch Freiberufler gefördert werden können – und im Fall von „digital jetzt“ auch Mittelständler mit bis zu 499 Beschäftigten mit mind. 40 Prozent Förderquote bis zum 30. Juni 2021:

  • Go-digital: Das Programm go-digital fördert kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Handwerksbetriebe und freie Berufe (weniger als 100 Beschäftigte). Gefördert werden Beratungs- und Umsetzungsleistungen in den Bereichen „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“. 

  • Digital jetzt: Zielgruppe des Programms „digital jetzt“ sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerks sowie der freien Berufe mit drei bis zu 499 Beschäftigten. Gefördert werden Vorhaben mit Zuschuss von mindestens 17.000 Euro: Investitionen in digitale Technologien und die damit verbundenen Prozesse und Implementierungen sowie Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen für das Personal im Umgang mit digitalen Technologien.  Mittelständler mit bis zu 499 Beschäftigten erhalten bis zum 30. Juni 2021 mind. 40 Prozent Förderquote.

Welche Fördervariante kommt für mein Unternehmen in Betracht?

Digitalbonus Standard:
Beim Digitalbonus Standard erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro.

Digitalbonus Plus:
Beim Digitalbonus Plus erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 50.000 Euro für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt.

Bitte wenden Sie sich vor Antragstellung an die für Sie zuständige Bezirksregierung.

Ein reiner Lizenzkauf einer auf dem Markt verfügbaren (Branchen-)Software bzw. eine vergleichbare Individualprogrammierung kann per se nicht als innovativ angesehen werden.

Die Optimierung von Unternehmensprozessen durch den Einsatz von z.B. ERP-, CRM-, Dokumentenmanagement-, Warenwirtschaftssystemen etc. zählt zu den häufigen Digitalisierungsmaßnahmen, die durch den Digitalbonus Standard unterstützt werden.